Konzertberichte

Sicherlich haben Sie das auch schon so erlebt. Sie sehen ein Konzertplakat oder eine Werbung für eine Veranstaltung und denken: "Ist das was für mich?"

Mit unseren Konzert- und Veranstaltungsberichten wollen wir Ihnen bei dieser Entscheidung behilflich sein.

Viel Spaß beim schmökern!

22. Mai 2016   Albert Hammond

Baden-Baden ... Von Cornelia Hecker-Stock - BADISCHE NEUESTE NACHRICHTEN

Albert-Hammond-BNN-24.05.2016.pdf

Baden-Baden ... Von Peter Fauth-Schlag - BADISCHES TAGBLATT

Albert-Hammond-BT-24.05.2016.pdf






27. Februar 2016   Ray Wilson

Schwangau/Füssen ... Von CHRISTIAN GÖGLER - ALLGÄUER ZEITUNG FÜSSEN

Ray-Wilson-Allgäuer-Zeitung-Füssen-2016-03-02.pdf






20. November 2015   Jane

Reithalle Rastatt ... Von Hans-Joachim Of - BADISCHES TAGBLATT

Jane, Rastatt, 11-2015, Badisches Tagblatt.pdf






26. März 2015   Ray Wilson

Reithalle Rastatt ... Von Hans-Joachim Of - BADISCHES TAGBLATT

Ray Wilson, Rastatt, Badisches Tagblatt, 3-2015.pdf






6. Februar 2015   Mad Zeppelin

Rastatt ... von Thomas Pahn - Lahrer Zeitung, Redaktion galerie:ortenau

Vor 35 Jahren standen Led Zeppelin zum letzten Mal auf der Bühne. Nochmal „Stairway to Heaven“ live mitzuerleben, ist sicherlich ein Traum vieler gestandener Rock-Fans. Dieser Traum wurde am 6. Februar in der Rastatter Reithalle wahr. Mit der Mainzer Tribute-Band Mad Zeppelin hat die legendäre britische Rockformation einen würdigen Nachfolger gefunden.

Nachdem ich schon etliche Cover-Bands erleben durfte, deren Versuche nicht einmal annähernd die Qualität ihrer großen Vorbilder erreichten, stand ich mit einem Rucksack voller Skepsis in der gut gefüllten Reithalle. Gerade die besondere Mischung von Blues-, Rock- und Folkelementen, die den einzigartigen Stil von Led Zeppelin ausmacht, stellt jeden Nachahmer vor eine große Herausforderung. Nach den ersten Takten von „Black Dog" war die Skepsis jedoch verflogen und es war klar, dass hier noch „großes Kino" kommen würde. Das Programm – in leichter Abwandlung eines LedZep-Titels unter das Motto „The Song Remains On Stage" gestellt – nahm das Publikum mit auf eine Zeitreise in die Ära, in der Gitarrensoli noch länger sein durften als heutzutage ganze Popsongs. Beim Schlagzeugsolo von „Moby Dick" bewies Volker Brecher, dass er den Vergleich mit John „Bonzo" Bonham nicht zu scheuen braucht. Mit dem bekanntesten Lied der Band, „Stairway To Heaven", ging es dann in die Pause.

„Headbanging" – Für Ü50er nicht zur Nachahmung empfohlen

Im Anschluss standen noch Klassiker wie „No Quarter" und „Kashmir" auf dem Programm – allesamt perfekt interpretiert. Erwähnenswert ist das unglaubliche Können von Gitarrist Ralph Glodek, der seine Akkorde auch mit der Gitarre auf dem Rücken perfekt abliefert. Im Zusammenspiel mit Sänger Michael Dorp konnte man bei „Kashmir" ein Vokal-Gitarren- Duett erleben, wie man es aus den besten LedZep-Zeiten kannte. Zweieinhalb Stunden solider Rock – gespielt von bodenständigen Profis. Dass sich mein Kopf dabei unweigerlich bewegt hat, rächte sich einen Tag später mit einem steifen Nacken. Beim Thema „Headbanging" sollten wir Ü50er wohl etwas vorsichtiger sein. Nur noch ein Wort zu Mad Zeppelin:

E m p f e h l e n s w e r t!

Thomas Pahn
Volunteer
Thomas Pahn

Mad Zeppelin sind eine geniale Tribute-Band.
Hier zeigen Michael Dorp (Gesang) und Ralph Glodek (Gitarre) vollen Einsatz.
Foto: galerie:ortenau





Konzertereignis mit einzigartiger Stimme
Siebenköpfige Progressive-Rock-Formation „Pavlov’s Dog“ in der Fabrik stürmisch gefeiert

Bruchsal... von Hans-Joachim Of - BNN, 12.11.2013

„Mann oder Frau?“, würde bei den Blind Auditions der TV-Show „The Voice of Germany“ die Frage lauten. Die Antwort heißt schlicht: Die Legende lebt. Wohl jeder ambitionierte Progressive-Rock-Fan kennt das 1975er Album „Pampered Menial“ der US-Formation „Pavlov’s Dog“ aus St. Louis/Missouri mit dem Hunde-Cover auf dem Titelbild – ein Meilenstein der Rockgeschichte. Frontmann. Jetzt gastierte die siebenköpfige Gruppe um Mastermind David Surkamp (65,Vocals, Gitarre) nach zweijähriger Abstinenz in der Fabrik Bruchsal und die Fans erlebten ein außergewöhnliches Konzert mit einem einzigartigen Frontmann und dessen noch immer unglaublicher, prägnanter Falsettstimme.

Gleich beim zeitlosen Opener und den Klassikern „Fast Gun“ und „Late November“ war die etwa 300-köpfige Besucherschar auf Betriebstemperatur und man sah im Auditorium ausnahmslos strahlende Gesichter. Auch bei den weiteren Stücken „I Don’t Do So Good Without You“, „Angeline“ oder „Episode“ wird schnell deutlich, dass die toll harmonierende Gruppe auch nach 40 Jahren Bandgeschichte nichts von ihrer Magie eingebüßt hat – im Gegenteil. Der spaßige Drummer, Urmitglied Mike Safron, erweist sich im Verein mit Rick Steiling (Bass), der stets lachenden Amanda McCoy (Gitarre), Nick Schlueter (Keyboards, Gesang), Abbie Steiling (Violine, Gesang) und Surkamps Ehefrau Sara (Vocals, Gitarre) als ein Team, das jedem Anspruch gerecht wird. Musik mit viel Emotion und Tiefgang, ergreifend und zerbrechlich zugleich, vorgetragen von einem sympathischen, sonnenbebrillten Sänger, der eine unglaubliche Ausstrahlung an den Tag legt.

Herausragend im 22 Songs umfassenden Set die Stücke „Angels Twilight Jump“, das grandiose „Only You“ oder das zauberhafte „Standing Here With You“ – allesamt hochmelodische, bewundernswerte kleine Meisterwerke. Als bei der Zugaberunde dann der Über-Hit „Julia“ erklingt, ist die Besucherschar selig und die Herzen schmelzen dahin. Sie waren live dabei, hatten eine Sternstunde erlebt. Am Ende eines denkwürdigen Gigs blieb nur die Frage offen: Woher kommt bloß der Bandname? Surkamp: „Wir haben uns 1972 nach dem russischen Verhaltensforscher Iwan Pawlov, der bei Hunden den ,bedingten Reflex‘ nachwies, einfach Pavlov’s Dog genannt“.






Elektrisierendes Konzert rückt dicht an die Zuhörer
„The Clem Clempson-Band“ im Bürgersaal der Reithalle
Rockige Songs und sanfte Balladen
Sänger Chris Farlowe ist Dreh- und Angelpunkt

Rastatt... von Marina Holbein - BNN, 29.04.2013

Das war ein Rock-, Jazz-, Blues-Konzert vom Feinsten, was die „The Clem Clempson-Band“ am Samstagabend den vielen Gästen im Bürgersaal der Reithalle servierte. Aber nicht nur zum Zuhören und Genießen, da durfte mitgegroovt werden, wurde mitgefeiert bei den rockigen Songs, bei den sanfteren Balladen, bei den genialen Instrumental- Soli, die die Band auf der Bühne zauberte. Als dann aber Sänger Chris Farlowe die Bühne betrat, ging noch einmal ein Ruck durch die vier Musiker: Wie elektrisiert wandten sich alle ihm zu, wurde er Dreh- und Angelpunkt des Konzertgeschehens, faszinierte er seine Kollegen und das Publikum gleichermaßen mit seiner musikalischen Urgewalt, die er in seine Stimme zu legen weiß.

Da gibt dieser Stimmakrobat, der säuseln kann, mit seinem rauchigen Timbre direkt in die Bauchgegend trifft, der seine Kollegen auf der Bühne inspiriert, einen mitreißenden Dialog mit der Gitarre von Clem Clempson in „Hard to get along with“ um in „Borderline Blues“ ganz soulige Töne anzuschlagen. Es ist ein Programm aus der neuen CD der „Clem Clempson Band“ und Titeln aus längst vergangenen „Colosseum“-Zeiten, die an diesem Abend ganz dicht, ganz intensiv dem Publikum präsentiert werden.

Da steht um den Lead-Gitarristen Clem Clempson eine Band auf der Bühne – Adrian Askew (Keyboard und Hammond- Orgel!), Reggie Worthy (Bass) und Eddie Filipp (Drums) – die ihre Musik lebt, inspiriert ist und das mit einer Kraft und Direktheit, die prickelt und unter die Haut geht, anarchische Kräfte entwickelt. Toll sind die Improvisationssoli jedes Einzelnen, dieser Vollblutmusiker: Ob jetzt Clem Clempson sich Adrian Askew am Keyboard zuwendet – letzterer entlockt auch der Hammond- Orgel ganz psychedelische Töne in „Fog“ – oder sich mit dem genialen Bassisten Reggie Worthy zum Duett trifft oder mit Chris Farlowe austestet, wer von Beiden jetzt die besseren Riffs hat – da ist eine Stimmung auf der Bühne, die die Musiker gegenseitig antreibt, herausfordert und sie animiert, alles zu geben. „Tomorrow Blues“, „I can’t live without you“, „Language of heart“, „Waiting fort he day“ oder „Time will turn“ – die Fünf spielten ein elektrisierendes Konzert, ganz dicht am Zuhörer dran.




Dem Hardrock treu geblieben
Uriah Heep ließen es in der Festhalle Durlach krachen

Karlsruhe/Durlach... von Ekart Kinkel - BNN, 26.04.2010

Ob Uriah Heep tatsächlich den ersten Heavy-Metal-Song der Musikgeschichte eingespielt haben, wie Gitarrist Mick Box mit einem Augenzwinkern behauptete, sei mal dahingestellt. Zumindest hat die so angekündigte Nummer „Free ‚n’ Easy“ aus dem Jahr 1977 alles, was ein echtes Stück Schwermetall so braucht: Es ist laut, es ist schnell, Box brilliert mit flinken Fingern am Griffbrett und beim von Schlagzeuger Russell Gilbrock angetriebenen dreiminütigen Parforceritt überschlägt sich fast die Stimme von Sänger Bernie Shaw.

Auch sonst zeigen sich die nach einer Figur aus Charles Dickens’ Buch „David Copperfield“ benannten Briten bei ihrem Gastspiel in der Durlacher Festhalle vor allem von ihrer härteren Seite. Das leicht schwülstige und epische „Return to Fantasy“, welches knapp sechs Minuten einnimmt, wird auf vier Minuten eingedampft. So zeigen Gründungsmitglied Box und seine vier Mitstreiter, warum Uriah Heep als einer der Wegbereiter des Hard Rock galten. Sicherlich wirkt das Quintett ein Stück weit wie das Relikt aus einer längst vergangenen Musikepoche, die beiden langmähnigen Saitenkünstler Box und Bassist Trevor Bolder flankieren ihren Frontmann Shaw, der mit leicht irrem Blick und hektischen Bewegungen in kurzärmliger schwarzer Weste den singenden Derwisch mimt. Und obwohl die Heeps auch die sanfteren Töne beherrschen, wie Shaw in einem einfühlsamen Duo mit Keyboarder Phil Lanzon bei der Ballade „Rain“ beweist - die großen Erfolge der Band liegen im leicht bombastischen anmutenden Rock der früheren 70er begründet. Die hymnische Liebeserklärung an eine „Zigeunerkönigin“ bei „Gypsi“ oder der progressiven Riffs bei „July Morning“ sorgen auch heute noch bei den gut 1000 Besuchern für Begeisterung. Und selbst die seit seiner Veröffentlichung von jeder Cover-Band auf der ganzen Welt plagiierte Schnulze „Free Me“ ist im Original einfach ein guter Rock-Song.

Zwar reichen die Hits nicht für die kompletten zwei Stunden, aber einige Verschnaufpausen zu Beginn des Konzerts tun wegen des furiosen Aufgalopps zum Ende hin sicherlich gut. Als Zugaben gibt es noch das kurzweilige „Easy Leavin“ und die unvermeindliche „Lady in Black“ - der größte Hit der Band, dessen Lagerfeuerromantik hier etwas die Rock-Sporen gegeben wurde.




Einer der besten Gitarristen der Rockgeschichte zauberte Country-Feeling in den Schlachthof
Country-Rock Legende und Grammy-Gewinner Albert Lee & Hogan's Heroes
begeisterte Publikum im Bruchsaler "Schlachthof"

Bruchsal... von Hans-Joachim Of

Sabalott! Dieser Mann hat Musik im Blut, keine Frage. Albert Lee, vor 66 Jahren in Großbritannien geboren und seit langer Zeit in Kalifornien lebend, erlangte in den 70er Jahren durch drei großartige Alben internationale Bekanntheit. Jetzt gastierte der legendäre Musiker und Shouter, der durch sein außergewöhnlich schnelles und präzises Gitarrenspiel einer breiten Masse bekannt wurde, im Bruchsaler "Schlachthof" und bewies mit seiner einmalig agierenden vierköpfigen Formation "Hogan's Heroes", dass außerordentliche Gitarrenarbeit nichts mit dem Alter zu tun hat. Albert Lee, der vor acht Jahren den Grammy Award für die beste instrumentale Country-Performance erhielt, ist sicher nicht der größte Sänger vor dem Herrn. Seine Musik jedoch setzt sich gekonnt zwischen Brit-Blues, Rock-Pop, Alternativ-Country oder Nashville und kommt im dermaßen tollen Soundgewand daher, dass es die reinste Freude ist. In seinen Songs schlägt der weißhaarige Gitarrenvirtuose, der auch am Piano eine gute Figur abgibt, die Brücke zu den Wurzeln des Blues derart lässig und entspannt, dass bei den Konzertbesuchern in der Barockstadt keine Sekunde Langeweile aufkommt. Die technischen Fertigkeiten des Saitenkünstlers mit der roten, eigens für ihn gefertigten Gitarre, der im Laufe der Jahre nichts an Fingerfertigkeit und Spritzigkeit eingebüßt hat, ordnen sich vollständig den Songs, die "Country Boy", "Tear It Up" oder "Let It Roll" heißen", unter. Eine Besonderheit Albert Lee's, der vor 30 Jahren mit der Eric Clapton-Band und dem herausragenden Livealbum "Just One Night" ein Stück Musikgeschichte schrieb, ist das Spiel mit der Stringbender-Telecaster. Mit diesem von den Byrds konstruierten Mechanismus ist es möglich, Pedal-Steel-Licks auf der Gitarre zu spielen, was der auch in Bruchsal gut aufgelegte Albert Lee im Laufe der Zeit bis zur Perfektion entwickelte. Lee's Begleitband, die "Hogan's Heroes", sind jedoch die eigentliche Überraschung des Konzertabends. Gerry Higan (Pedal Steel Guitar), Peter Baron (Drums, Vocals), Brian Hodgson (Bass) und Gavin Povey (Keyboards, Gesang) entpuppen sich als bestens eingespieltes, gut abgehangenes Team, wechseln sich auch am Mikrophon ab, und lassen im sommerlichen Ambiente der Schlachthof-Strada immer wieder Country-Feeling aufkommen. Die vielleicht schönsten Songs des zweiteiligen Sets sind das famos gespielte "Runaway Train" und die tolle Reise durch alle Sphären der Country-Gefühlswelt mit dem Titel "I'll Never Get Over You" – nachzuhören auf dem vorzüglichen Album "Like This". Nicht nur hier zeigen die alterslosen Musiker ihr feines Gespür für die richtige Melodie zur richtigen Stimmung. Als Vorgruppe waren die grandiosen Rolling Trunks mit Frontmann Horst Jabs aus Karlsruhe am Start, die mit eigenen Akustik-Rock-Songs und Covers der Musikgeschichte als perfekte Anheizer agierten.

Text und Foto: Hans-Joachim Of

Albert Lee
(Bild zeigt Gitarrenlegende Albert Lee)




Musikworkshop mit Australiens jungem Gitarrengenie
Gitarrenvirtuose Joe Robinson gab am Donnerstag in der Aula des Bruchsaler "Justus-Knecht-Gymnasiums" einen ganz besonderen Musikworkshop / Australiens "TV-Supertalent 2008" am 10. Dezember 2009 live im Schlachthof

Bruchsal (of). Zu einem ganz besonderen Musik-Workshop war am Donnerstagmorgen Australiens "TV-Supertalent 2008" Joe Robinson - im Moment auf großer Europatour – in der Aula des Bruchsaler "Justus-Knecht-Gymnasiums" zu Gast. Bei einer flächenübergreifenden Schulstunde in den Fächern Englisch und Musik für die Schüler zwischen zehn und achtzehn Jahren, gab der erst 18-jährige Gitarrenvirtuose einige Kostproben seines Könnens und beantwortete im Anschluss auf sympathische Art und Weise alle Fragen, die sich die gut 200 Schüler zuvor ausgedacht hatten. Peter Rübenacker, der an der Schule die Fächer Englisch und Deutsch unterrichtet, hatte diesen besonderen Deal zusammen mit dem Bruchsaler Jörg Dickgiesser vom Konzertveranstalter base-entertainment "eingefädelt". Beim etwa 30-minütigen Gig gab der junge Künstler, der aus einem kleinen Nest im australischen Outback kommt und im Vorjahr die "Go Talent" TV-Show gewann, einige Songs aus seinem aktuellen Album "Midnight In Nashville" zum Besten. Die jungen Besucher bestaunten beim "Hautnah-Konzert" meisterhaft gespielte Songs wie "It's Not Easy", "Daddy Longlicks" oder "Royal Flush". Was besonders auffiel: Bei Joe Robinson paart sich ungestüme Jugend mit erstaunlicher, kompositorischer Reife, wenn er seiner Akustikgitarre mit zehn Fingern ganz besondere Klangwelten entlockt. Fingerstyle nennt sich seine Spielweise. Dabei kann er die Gitarre wie ein Klavier erklingen lassen, indem er Bass, Rhythmus und Melodie gleichzeitig spielt. Begeisterter Beifall im Auditorium bei Schülern und Lehrern erfreuen das junge Talent, das sich artig auf Deutsch bedankt und im Anschluss auf die Fragen der wissbegierigen Schüler eingeht. Seit wann er Gitarre spiele und wie oft er übe, will ein junges Mädchen wissen. "Schon als ganz kleiner Junge habe ich ständig gespielt und Griffe gelernt, schon frühmorgens vor dem Schulunterricht", erzählt Joe gut gelaunt. Wie viele Gitarren er habe und ob im fernen Australien eine Freundin auf ihn warte, will eine andere wissen. "Ich besitze einige Akustik,- Klassik- und Jazzgitarren und auch eine E-Gitarre". Ein Girlfriend habe er nicht. "Meine beste Freundin ist im Moment meine Gitarre", grinst der Saitenkünstler, der in der Schule am liebsten Mathematik mochte. Ob er einen Fanclub habe und er sich als Star fühle, möchte das nächste Mädchen erfahren. Da muss Joe Robinson herzlich lachen. Obwohl er auf dem fünften Kontinent schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht habe, fühle er sich alles andere als ein Star. Die 11-jährige Lina-Marie aus Hambrücken war am Ende der "Schulstunde", genauso wie die 14 Jahre alte Anna aus Karlsdorf, "total begeistert" vom Auftritt des jungen Australiers. Auch Michelle (12) aus Bruchsal und Svenja (14) aus Forst fanden Joe Robinson "Cool, sympathisch und ganz toll". Der 18-jährige Andre aus Karlsdorf: "Ich fand ihn sehr bodenständig, humorvoll, offen und ehrlich. Die Musik bewegt einen sehr". Joe Robinson, der am kommenden Donnerstag, 10. Dezember ein Konzert im Bruchsaler Schlachthof spielt, ist eines der größten, jungen Talente der internationalen Gitarrenszene. Schon jetzt haben ihm Legenden wie Les Paul, Steve Vai oder Tommy Emmanuel Beifall gespendet. Alle Experten sind sich einig: Der junge Musiker aus "Down Under", der bereits mit 10 Jahren seinen Gitarrenlehrer überflügelte und mit 13 Jahren Platten aufnahm, wird schon bald zu den besten Gitarristen der Welt gehören.

Infos gibt es auch auf www.joerobinson.com

Text und Foto: Hans-Joachim Of




Ian Parker

Der englische Gitarrist und Sänger Ian Parker spielte mit seiner dreiköpfigen Band im Bruchsaler „Schlachthof“ beim Unplugged-Konzert wie aus einem Guss

Einmalige Bühnenpräsenz und leidenschaftliche Songs in Gänsehautatmosphäre

Große Gefühle mit dem Publikum geteilt

Bruchsal... von Hans-Joachim Of

Mit dem Zeitgeist ist das so eine Sache. Auf der einen Seite werden neue Superstars vor Millionenpublikum im Fernsehen präsentiert, hochgejubelt und nach Ende des Hypes im Nu wieder fallen gelassen. Dann gibt es eine Handvoll Topformationen die über Jahre hinweg ihre Vormachtstellung behaupten und zu Recht immer wieder ganz oben stehen. Die Dritten im Bunde sind die unzähligen, nicht weniger talentierten, Künstler die ruhelos durch die Welt ziehen, in kleinen Clubs aufspielen und mit Leidenschaft und Herzblut stets alles aus sich herausholen. Zu dieser Sorte gehört sicher der englische Singer/Songwriter Ian Parker, der jetzt mit seiner dreiköpfigen famosen Begleitband im Bruchsaler „Schlachthof“ gastierte und nach über zwei Stunden ein restlos begeistertes Publikum in den frühlingshaften Nachthimmel entließ. Der 31-jährige fantastische Gitarrist und herausragende Sänger – zum „Unplugged“-Konzert mit Sakko und Krawatte angetreten – zeigt eine Bühnenpräsenz und Ausstrahlung, die einen staunen und den Mund weit offen stehen lässt. Zum einen ist Ian Parker ein wahrhaft literarischer Songschreiber – nachzuhören auf den fantastischen Alben „Inside“ und „Where I Belong“ – andererseits ist er ein echter Künstler, der sein Handwerk versteht und seinen Liedern mit unverwechselbarer, bittersüßer Stimme, den besonderen Ausdruck verleiht. Auch in der Barockstadt besticht der Mann, der Musikliebhaber verschiedenartigster Stilrichtungen anspricht und im Schmelztiegel von Blues, Roots, Soul, Gospel, Funk und sogar Country zuhause ist, durch Ehrlichkeit und aufrichtige Leidenschaft. Parker gibt bei Songs wie „People Come, People Go“, „In The Morning“ oder „Soul Of A Man“ sein Innerstes preis, singt sich die Seele aus dem Leib und erzeugt mit seiner außergewöhnlichen Stimme Gänsehaut. Dass seine Mitmusiker Morg Morgan (Keyboard, Gitarre, Vocals), Wayne Proctor (Drums) und Steve Amadeo (Bass) nicht weniger exzellent agieren und sich als perfekte Klangkörper präsentieren, macht das Konzertereignis zu einem Gesamtkunstwerk, das seinesgleichen sucht. Ian Parker lebt Musik und dass er die hohe Kunst der Gitarrentöne grandios beherrscht, wurde mit jeder gespielten Note sichtbar. Wieviel Eric Clapton in Ian Parker steckt? Eine ganze Menge und gesanglich ist er um Klassen besser! Ein glücklich lächelnder Ian Parker fast zum Schluss: „Dankeschön“ und „A Great Audience Tonight“. Als am Ende und bei der stürmisch geforderten Zugaberunde der zum niederknien schön gespielte Hitsong „Halleluja“ von Leonard Cohen ertönt, ist die Fangemeinde im gut gefüllten Bruchsaler Musiktempel selig. Ein Konzertbesucher fasst zusammen: „Das Beste, was ich in letzter Zeit auf der Livebühne gesehen habe“. Dem ist nichts hinzuzufügen. Der Frühling ist da – die Musik ebenso.




Blackmore’s Night

Die Formation „Blackmore’s Night“ gastierte im Rahmen der groß angelegten „Secret Voyage Summer Nights“-Europatournee in Heidelberg

Tolle Stimmung im Auditorium in der fast ausverkauften Stadthalle

Rittersleut’ und Burgfrauen mit Renaissance-Klängen verzaubert

Heidelberg... von Hans-Joachim Of

Eines kann man Ritchie Blackmore nicht unterstellen: Stillstand! Die Karriere des mittlerweile 64-jährigen Engländers, der 1993 frustriert bei Deep Purple ausgestiegen war, ist von einer steten Weiterentwicklung geprägt und nach wie vor gilt der als Exzentriker verschriehene „Gitarrengott“ als einer der besten und wichtigsten (Rock)-Gitarristen aller Zeiten. Hat sich nicht schon jeder, der eine Gitarre in Händen hielt, am einprägsamen Riff von „Smoke On The Water“ versucht? Seine Entscheidung, sich vor über zehn Jahren zusammen mit seiner langjährigen Muse und heutigen Ehefrau Candice Night der Renaissance-Musik zu widmen, stieß bei unzähligen Fans auf wenig Gegenliebe, doch eine ganze Menge findet auch gut, was er macht. Im Rahmen der groß angelegten „Secret Voyage Summer Nights“- Europatour gastierte die 7-köpfige Formation Blackmore’s Night nun in Heidelberg und begeisterte beim über zweistündigen Auftritt alte und neue Fans gleichermaßen. Im wunderschönen Ambiente der Stadthalle präsentierten Blackmore’s Night einmal mehr ihre faszinierende und interessante Kombination aus Rockmusik, Folk und Melodien des 16. Jahrhunderts. Mit akustischer und elektrischer Gitarre, Geige und Instrumenten der Renaissance sowie der betörenden Stimme von Frontfrau Candice Night gelang ein Auftritt, der vom Publikum im fast ausverkauften, stilvollen Saal stürmisch abfeiert wurde. Die Band spielt bei den Livekonzerten ausschließlich in historischer Gewandung und auch die Besucher in der Neckarstadt waren großteils zeitgenössisch als Burgfrauen oder Rittersleut’ erschienen. Serviert wurde ein bunter Querschnitt aus den Alben der vergangenen Dekade, wie „Ghost Of A Rose“, „Castle And Dreams“, „The Village Lantern“ oder dem kontrovers diskutierten 2008er-Werk „Secret Voyage“. Songs, wie „Under A Violet Moon“ oder „World Of Stone“ kamen im ganz eigenen Sound des Mittelalters, gebündelt in der Romantik und Mystik, von Leidenschaft und Enthusiasmus geprägt. Aufwühlend und Gänsehaut erzeugend die Interpretation des Joan Baez-Hits „Diamonds And Rust“ oder der Griff in die Vergangenheit mit dem Deep Purple-Song „Soldier Of Fortune“. Was auffällt: Die Bandchemie scheint zu stimmen, denn es wird zwischen den Stücken auch viel gescherzt und gelacht - sogar Blackmore huscht hier und da ein kleines Lächeln über die Lippen. Das war in der Vergangenheit nicht immer so, zumal der Saitenhexer von sich behauptet: “Ich habe einen unerklärlichen Hang zum Paranormalen, zum Okkultismus und zur Esoterik“. In Heidelberg war meist „die andere Seite“ des „bösen Ritchie“ zu sehen. Als Support-Act hatten zu Beginn des Konzertreigens die „Spielleute“ der Gruppe „Geyers“ das Publikum auf die nötige Beriebstemperatur gebracht.




Megaherz - Veranstaltet von hama kulturpur

Münchener Metal-Formation „Megaherz“ gastierte im Rahmen der „Heuchler“-Tournee in der Fabrik Bruchsal

Adrenalinschübe für die Fangemeinde durch stimmgewaltige Songs

Die volle musikalische Breitseite – das Megaherz schlug laut und kräftig

Bruchsal... von Hans-Joachim Of

In einer Fabrik fliegen schon mal Funken und Fetzen, riecht es nach Schweiß und harter Arbeit – besonders wenn die Metal-Fraktion am Start ist. Nach einem trüben, kalten Winter erfuhr auch die schwarz gekleidete Generation Schüttelhaupt gleich mit den ersten Sonnenstrahlen eine überwältigende Wiederauferstehung und feierte beim Livekonzert ihrer Helden „Megaherz“ in der Fabrik Bruchsal eine groß angelegte Party mit etlichen musikalischen Adrenalinschüben. Die fünf Münchener Recken gehören sicher zu einer der interessantesten und innovativsten Rockbands Deutschlands, stehen in Punkte Härte, Dynamik und Intensität ihren artverwandten Kollegen von Oomph! und Rammstein in nichts nach. Auch in der Barockstadt und im Rahmen der „Heuchler“-Tournee treten die Jungs um den neuen Frontmann Lex das Gaspedal gewaltig durch, Brechersongs wie „Fauler Zauber“, „Das Tier“, „Miststück“ oder „Mann von Welt“ werden von der Besucherschar lautstark mitgesungen. Christian „X-TI“ Bystron (Gitarre), Wenz (Bass), Roland Vencelj (Gitarre) und Jürgen “BamBam” Wiehler (Drums) zeigen im Verein mit ihrem gut aufgelegten, stimmgewaltigen Shouter Alexander „Lex“ Wohnhaas, dass an der Legende von den Totgesagten, die angeblich länger leben sollen, etwas dran ist. Nach einer bewegenden Vergangenheit mit etlichen Zerwürfnissen und Trennungen vor einigen Jahren, hatten viele die Formation schon abgeschrieben. Jetzt legen sie mit dem ironischen „Best of“-Comeback-Album „Totgesagte leben länger“ noch eine Schippe drauf und beweisen der Metal-Welt, dass nach 15 Jahren Bandgeschichte noch lange nicht „Schluss mit herzlich“ ist. Dass „Megaherz“ aber auch die melancholischen, melodiösen Klänge sowie schonungslos ehrliche Texte beherrscht, zeigen sie mit der Ballade „An deinem Grab“. Die Fabrik-Besucher fühlen sich bestätigt, ertappt, verstanden und musikalisch von Herzen bedient, wenn sie solche Lieder hören. Nein, „Herzilein, du musst nicht traurig sein“ von der etwas anderen Boygroup haben sie dann doch nicht gespielt, dafür weitere hammerharte Songs mit teilweise sozialkritischen Texten und jeder Menge Tiefgang und Herzblut wie „Freiflug“, „Gott sein“ oder „Alles nur Lüge“. Übrigens: Nach dem Bruchsal-Gig sollten die „Herzen“, wie sie von ihren Fans liebevoll genannt werden, direkt nach Moskau fliegen um in der russischen Metropole ein Benefizkonzert zu spielen. Der Gig wurde kurzfristig auf Spätjahr verschoben. Einfach herzlich, diese Herzen! Zuvor hatten am Sonntagabend gleich zwei Support-Acts für die nötige Betriebstemperatur gesorgt und die Fabrik-Gänger auf den Hauptgang vorbereitet. Neben der Dark-Metal-Formation „Crystal Crow“ aus Karlsruhe zogen besonders die Münchener „OpRon“ mit einer tollen, energiegeladenen Cross-Core-Show und einem besonderen Outfit die Blicke auf sich.